‚Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über‘:Ökumenischer Gottesdienst am 8. August in St. Johannes Apostel, Dieblich


‚Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über‘
Dieses Zitat aus dem neuen Testament ist zu einem geflügelten Wort geworden und beschreibt Menschen, die begeistert von etwas sprechen, das sie intensiv erlebt haben, das ihnen wichtig oder – um im Bild zu bleiben – ein Herzensanliegen ist.
Genau das war hörbar, sichtbar, spürbar in dem ökumenischen Gottesdienst, den Pfarrerin Iris Ney von der evangelischen Kirchengemeinde Winningen, Pfarrer Oliver Laufer-Schmitt von der Pfarrei St. Franziskus und St. Klara und das konfessionsverbindende Ehepaar Sayk aus Dieblich gemeinsam vorbereitet hatten.
Das große Thema war Vertrauen, in allererster Linie Gottvertrauen. Denn das verbindet, ist für evangelische wie katholische Gläubige gleichermaßen der Grund, auf dem sie stehen und gibt ihnen Zuversicht.
Den unterschiedlichen Aspekten dieses Vertrauens näherten sich die Beteiligten jeweils über Bibelstellen, die ihnen in der Vorbereitung spontan in den Sinn kamen: Jesus, der sich beim „Zöllner und Sünder“ Zachäus einlädt, die ängstliche Frau, die aufgrund ihres Vertrauens in Jesus geheilt wird, die vier Männer, die zusammenhalten und -arbeiten, um einen Freund zu Jesus zu bringen, damit der ihn heilt und Petrus, dem mitten im See das Vertrauen ausgeht und der unterzugehen droht.
Ein weiteres wichtiges Leitwort war Gottes Zusage an uns Menschen: „Ich bin da.“ Diese tröstliche Gewissheit, die in Auslegung und Gebet thematisiert wurde, gilt für alle Christen, egal, welcher Konfession sie angehören und sie eröffnete in diesem Gottesdienst Wege zum freudigen gemeinsamen Singen und Beten, Danken und Feiern.
Gemeinsam, noch so ein wichtiges Wort. Die Fürbitten zum Thema Vertrauen wurden vom ökumenischen Vorbereitungsteam und je einem Mitglied des Winninger Presbyteriums und des Pfarrgemeinderates vorgetragen und ermutigten zum Vertrauen auf Gott und die Mitmenschen, besonders auf die, denen etwas an einem guten christlichen Miteinander liegt.
Und noch ein wichtiges Wort: Freudig. Genau so war die Stimmung in diesem Gottesdienst. Die Lieder, die allen aus der Seele sprachen und zu Herzen gingen, die geschwisterlich-vertrauensvolle Zusammenarbeit, dies alles tat gut. Gut tat auch, das Zusammensein und -bleiben nach dem Gottesdienst vor der Kirche. Eine schöne Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, sich miteinander vertraut zu machen, die durch Mitglieder des Lokalen Team Dieblich ermöglicht wurde.
Es ging nicht darum, alle Unterschiede zwischen den Konfessionen mit einer dicken Schicht frommen Zuckergusses zuzudecken.
Es ging darum, in einem guten Geist zusammenzukommen, Ökumene als Chance zu begreifen.
Und sich darüber zu freuen, dass dieser Gottesdienst womöglich „der Beginn einer wunderbaren Freundschaft „ war. (ms)
