Zum Inhalt springen

Rückblick auf einen besonderen Wallfahrtstag unserer Pfarrei:Hab Mut, steh auf, Er ruft dich – Bornhofen-Wallfahrt der Pfarrei

„Hab Mut, steh auf, Er ruft dich.“ Unter diesem Leitwort machten sich am Samstag, 12. September 2026 rund 40 Fußpilgerinnen und Fußpilger auf den Weg zur schmerzhaften Muttergottes nach Bornhofen. Gemeinsam mit mehr als 20 Buspilgerinnen und Buspilgern erlebten sie einen Tag, der von Gebet und persönlichen Impulsen, von Begegnung und Gemeinschaft – und nicht zuletzt von herrlichem Spätsommerwetter – geprägt war. Besonders schön war es, dass sich auch Pilgerinnen und Pilger aus anderen Orten der Pfarrei und auch aus dem ganzen pastoralen Raum angesprochen gefühlt haben, und mitgegangen oder mitgefahren sind.
Bornhofen 2026
Datum:
13. Sept. 2026
Von:
Melanie Brüschke

Um 8 Uhr trafen sich die Fußpilger am Ortsausgang Dieblich-Berg. Nach dem Startsegen begann der gemeinsame Weg, der in diesem Jahr an drei Stationen zu besonderem Innehalten einlud.

An der ersten Station, der Bauhof-Kapelle, stand die biblische Geschichte des blinden Bartimäus im Mittelpunkt. „Hab Mut, steh auf, Er ruft dich“ – die Worte, die Bartimäus zugesprochen werden, begleiteten auch die Pilgerinnen und Pilger. Der anschließende Impuls lud dazu ein, auf das eigene Leben zu schauen: Wo braucht es Mut, um aufzustehen? Wo gilt es, Vertrautes hinter sich zu lassen, einen neuen Anfang zu wagen oder einfach den nächsten Schritt zu tun? Denn manchmal geht es gar nicht darum, schon den ganzen Weg vor Augen zu haben. Es reicht, nicht stehen zu bleiben und den nächsten Schritt zu wagen.

An der Kapelle an der Nassheck – für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer übrigens eine echte Neuentdeckung – bekam die Pilgergruppe weiteren Zuwachs. Pilgerinnen und Pilger aus Pfaffenheck, Nörtershausen und Udenhausen schlossen sich hier dem gemeinsamen Weg an.

Der zweite Impuls nahm das Bild von Schale und Kanal nach Bernhard von Clairvaux auf. Ein Kanal gibt weiter, was ihm zufließt. Eine Schale dagegen lässt sich zunächst selbst füllen – und erst wenn sie voll ist, fließt etwas über und kann anderen zugutekommen.

So lautete die Frage für die nächsten Wegkilometer: Wie voll ist meine eigene Schale gerade?

Dabei ging es ausdrücklich nicht darum, noch eine weitere Aufgabe auf die persönliche To-do-Liste zu setzen. Wir müssen unsere Schale nicht aus eigener Kraft füllen. Wir dürfen sie Gott hinhalten – so, wie sie gerade ist: vielleicht gut gefüllt, vielleicht halb leer, vielleicht auch fast ausgetrocknet. Gott kann uns durch Stille und Gebet, durch Begegnungen, durch Menschen an unserer Seite und manchmal auch durch ganz unerwartete Erfahrungen neu beschenken. Unsere Aufgabe ist nicht, alles selbst zu schaffen. Aber wir können offen bleiben für das, was Gott uns schenken möchte, und darauf vertrauen, dass er uns den nächsten Schritt erkennen lässt. Auch darin steckt das Leitwort der Wallfahrt: Hab Mut. Steh auf. Er ruft dich.

Am Hexentanzplatz wurde dann – wie es gute Tradition ist – gemeinsam der „Engel des Herrn“ gebetet, bevor der Weg weiter Richtung Rhein führte.

In diesem Jahr galt es bereits im Vorfeld eine besondere Hürde zu überwinden. Wegen des niedrigen Wasserstands des Rheins war eine Überfahrt der Fußpilger mit Fähre oder Schiff nach Kamp nicht möglich. Das Organisationsteam fand jedoch schnell eine Lösung: Der Bus fuhr zunächst nach Boppard, nahm dort die Fußpilger auf und brachte anschließend alle gemeinsam zum Kloster Bornhofen. Für die Buspilger bedeutete dies zwar, dass ihre Abfahrt um eine Stunde vorgezogen werden musste – der guten Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch.

In Bornhofen angekommen, blieb zunächst Zeit für einen persönlichen Besuch der Wallfahrtskirche und der schmerzhaften Muttergottes. Nach einer Stärkung bestand außerdem die Möglichkeit, die Ausstellung „Jahr des Herzens“ zu besuchen.

Den feierlichen Abschluss des Wallfahrtstages bildete der Gottesdienst in der Wallfahrtskirche. Musikalisch wurde er von der Chorgemeinschaft Dieblich-Nörtershausen gestaltet. Pfarrer Oliver Laufer-Schmitt feierte den Gottesdienst als Konzelebrant mit. Pater Erik fand dabei einmal mehr die passenden Worte, um die besondere Atmosphäre und Bedeutung des Wallfahrtsortes Bornhofen für die Mitfeiernden spürbar werden zu lassen.

Und auch das Wetter spielte mit: Bei herrlichem Spätsommerwetter durfte am Ende eines langen Tages wohl jeder sagen, dass diese Wallfahrt rundum gelungen war.

Ein herzliches Dankeschön gilt dem Organisationsteam und allen, die durch Vorbereitung, Gebet, Musik und praktische Hilfe zum Gelingen beigetragen haben. Vor allem aber danken wir allen, die sich gemeinsam auf den Weg gemacht haben. Denn genau daraus wächst Gemeinschaft: aus Menschen, die miteinander unterwegs sind, einander begleiten und ihren Glauben miteinander teilen.

Gemeinsam glauben. Hoffen. Beten.
Hab Mut. Steh auf. Er ruft dich.

Bornhofen 2026

10 Bilder